25. ADAC Linnenbauer Oldtimerfahrt 2010

Teilnehmer der Linnenbauer Oldtimerfahrt

Der erste Sonnenbrand. Was hätte ich drum gegeben, eine Klimaanlage im Oldi gehabt zu haben. Doch Moment – die war doch da. Ab etwa Tempo 50 war es angenehm im TR3.

Doch mal von Anfang an. Eigentlich sollte es am 5. Juni zur Rallye des SMC Stade in den Wald gehen. Alles war geplant, Kamera fertig und dann kam Freitag morgen ein Anruf von Franz, ich müsse unbedingt für seine Frau Christel einspringen. Eine Zwickmühle, denn meine Zusage zur Rallye Stade hatte ich eigentlich schon gegeben. Andererseits bin ich seit 2004 nicht mehr in Herford gefahren und es wäre ja mal wieder an der Zeit. Franz schaffte es doch mich zu überreden. „Wir haben aber nur die kleine Scheibe auf dem TR3, ist das OK ?“ Was weiß denn ich. Im TR3 bin ich noch nicht mitgefahren und ich weiß weder, wie die große noch die kleine Scheibe so ist.

Nun gut, nach der Anfahrt am Samstag morgen und dem Abladen des Triumph TR3 auf dem Trailerplatz, merkte ich die kleine Scheibe auf dem Weg zum Start. „Hoffentlich wird das noch wärmer“ dachte ich auf der Anfahrt. Es war doch ganz schön windig. Aber es sollte wärmer werden, sogar richtig warm. Nach der Mittagspause war der Pullover endgültig weg und nur noch im T-Shirt wurde die zweite Etappe gestartet. Meine Arme sehen nun entsprechend aus, dann Sonnenmilch hatte ich nun wirklich vergessen. Was solls, der Fahrwind kühlte, womit wir wieder am Anfang der Geschichte sind: Die Klimaanlage der Altmodischen Art war ja doch da.

Mein Dienstwagen: Triumph TR3, Bj. 1959

Das Wetter brachte uns aber nicht vom richtigen Kurs ab. Ausgeschrieben waren die Gruppe 1 (Sporttouristisch) und Gruppe 2 (Touristisch) nach der Vorgabe des ADAC Revival Pokal. Überhaupt war der Pokal wohl mit das wichtigste Prädikat der Veranstaltung. Es lockte doch einige Teilnehmer auch aus anderen Regionen an. Das Teilnehmerfeld konnte sich ohnehin sehen lassen. Von Vorkriegsmodellen bis zum Youngtimer der Endsiebziger, war ein bunter Misch an Fahrzeugen vertreten. Einige der Teilnehmer habe ich hier ins Fotoalbum gelegt.

Franz hatte im Vorfeld Touristisch (Gruppe2) genannt und so war ich als Sportler mal Touristisch unterwegs. Das war nun meine zweite Fahrt, die ich im „anderen“ Lager verbracht habe. Ja, ich könnte mich dran gewöhnen nicht soviel Orientierungsaufgaben zu haben und den Hauptteil der Veranstaltung, nämlich die Gleichmäßigkeitsprüfungen dem Fahrer zu überlassen. Aber auch die touristischen Fahrten haben so ihre Tücken. Wir sind zwar Fehlerfrei durchgekommen, dennoch drängte die Zeit die ZK rechtzeitig zu erreichen. Interessant in diesem Zusammenhang waren auch die drei Schnittüberwachungskontrollen (SKÜ) am Vormittag. Keiner wusste, wo und vor allem wie diese SÜK Überwacht werden sollten. Laut Durchführungsbestimmungen gab es Fehlerpunkte für die Nichteinhaltung, also musste hier an den vorgegebenen Punkten auch kontrolliert werden.

Die SÜK 1 hatte nun diese Überwachung in Form eine Videokamera, die gut versteckt in einem Gebüsch steckte und mit eingeblendeter Uhr die Strecke aufnahm. Interessante Variante und ich fand sie super. Die Kamera hab ich natürlich entdeckt. Liegt wohl daran, dass mich Linsen seit dem aktiven Fotografieren irgendwie anspringen.

Mal ein paar Worte zum kompletten Fahrtauftrag für die Gruppe 2. Die Streckenführung war durch eine rote, in der Karte eingemalten, Linie vorgegeben. Im weiteren Verlauf gesellten sich Punkte und Striche noch hinzu. Die Aufgaben hatten jeweils einen markierten Anfang (A) und Ende (E). Die Streckenskizze war in meinen Augen leider nur sehr unsauber in die Karte eingemalt. Der Strich war doch oft neben der Straße, obwohl man dort nachweislich nicht neben der Straße fahren konnte. Diese ungenaue ist für einen Orientierungsfahrer, der auf Präzision wert legt doch ein arges Problem. Allerdings muss ich zur Verteidigung gestehen, relevante Abweichung von der Idealstraße waren eindeutig zu finden und damit war der unsaubere Strich auch kein Problem. Er kostete nur hin und da ein klitzeklein wenig Zeit, um eventuell doch eine Variante zu probieren.

Team Schlesinger/Rade in der GLP1

Die Punkte und Striche im Verlauf der Veranstaltung waren unkritisch und gehörten eher zu dem Bereich „Suche den kürzesten Weg von Aufgabenteil zu Aufgabenteil“. Teilweise gab es eine Nummernreihenfolge einzuhalten, teilweise einfach nur den nächstgelegenen Aufgabenteil suchen. Einige Einsteigerteams brachte dies allerdings schon ein wenig durch einander. Die Tour nach dem Mittag zeichnete sich vermehrt mit Strichen und Punkten, anstatt der Streckenskizze. Der Sinn der Aufgaben war es, Gegenrichtung zum Ziel zu erzeugen, wo auch der eine oder andere Teilnehmer voll drauf reingefallen ist. Super Aufgabe, einfach zu lösen und doch Kriegsentscheidend, wenn es um den Gesamtsieg geht.

Alles in allem war es eine nette Ausfahrt, mit interessanten teilnehmenden Fahrzeugen und Teilnehmern. Die Siegerehrung ging recht zügig von statten und so konnte wir die Heimreise gegen 22 Uhr wieder antreten. In der Hand den Pokal für den zweiten Platz in der Klasse und im Gesamtklassement der Gruppe 2 (Touristisch).

Ein paar wenige Fotos von der Veranstaltung gibt es hier in der Galerie: http://www.ckworks.de/wp/v/orallye/linnenbauer10

Die Homepage des Veranstalters: http://www.hmsc1923.de